Feeds:
Beiträge
Kommentare

„Der Herr ist auferstanden. Halleluja, er ist wahrhaftig auferstanden.“ Das ist das Osterbekenntnis. Manche wollen den Dingen genau auf den Grund gehen und fragen nach Daten und Fakten. Ich denke, dass die Entstehung des Christentums nicht zu erklären ist, wenn Jesus nicht auferstanden ist. Folgendes spricht für mich dafür:

  1. Das Grab war leer. Das bestätigen selbst die Gegner Jesu.
  2. Die ersten, die eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus bezeugten, waren Frauen. Das ist sehr bemerkenswert, denn Frauen waren damals als Zeugen vor Gericht nicht zugelassen und nicht geachtet. Hätte jemand die Berichte in den Evangelien bloß erfunden, wäre er aus damaliger Sicht sehr unklug gewesen, wenn er Frauen als erste Zeugen nennt.
  3. Die Jünger machten Erfahrungen, von denen sie glaubten, dass es Erscheinungen des auferstandenen Jesus waren.
  4. Sie wurden durch die Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus verändert von verängstigten und verzweifelten Leuten hin zu mutigen und leidensbereiten Verkündigern der frohen Botschaft, dass Jesus auferstanden ist.
  5. Die Botschaft von der Auferstehung war ihre zentrale Botschaft. Auch das ist bemerkenswert: Es gab zwar im Judentum die Lehre, dass die Toten auferstehen werden, aber man erwartete dies erst am Ende der Zeit, diese Lehre stand eher am Rand und die Vorstellungen, was Auferstehung bedeutet, waren nicht einheitlich. Nach Ostern steht jedoch die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist, im Zentrum dessen, was die Jünger verkündigen und die Christen haben ein einheitliches Verständnis, was Auferstehung ist.
  6. Die Apostel nennen die Auferstehung als Hauptgrund dafür, dass Jesus wirklich der von Gott verheißene Messias ist. Niemand hat damit gerechnet, dass der Messias sterben wird. Jesus kann nur der Messias sein, wenn er wirklich auferstanden ist.
  7. Sie predigten die Botschaft von der Auferstehung zuerst in Jerusalem. Auch das ist bemerkenswert, denn das ist ja der Ort, an dem viele Menschen gesehen haben, dass Jesus gekreuzigt wurde. Wenn die Begegnungen mit Jesus eine Lüge gewesen wären, dann wäre es nicht gerade klug gewesen, sie dort zu verbreiten, wo jeder mitbekommen hat, was passiert ist.
  8. Die Kirche entstand und erfuhr starkes Wachstum. Nach nur wenigen Wochen umfasste die Gemeinde in Jerusalem bereits  mehrere tausend Menschen.
  9. Sie änderten ihre religiösen Rituale. a.) Sie machten den Sonntag zu dem Tag, an dem sie Gottesdienst feiern. Den Sabbat zu brechen, war ein Verstoß gegen das Gesetz. Wenn sie also diese Tradition, die über 1.500 Jahre lang Bestand hatte, auf einmal änderten, dann ist dies ein Hinweis, dass etwas sehr Bedeutungsvolles passiert sein muss. b.) Sie hören auf zu opfern. Vorher haben sie Tiere geopfert, um Vergebung zu erhalten. Nach der Auferstehung hören sie auf zu opfern, weil sie glauben, dass Jesus ihre Sünde vergeben hat. c.) Auch die Bedeutung der Taufe änderte sich: Vorher bedeutete sie Buße und den Übertritt von Heidentum zu Judentum. Nun wurde sie mit der Kreuzigung und Auferstehung Jesu neu gefüllt. Wenn jemand so tiefgreifende Überzeugungen und Traditionen ändert, muss etwas sehr Bedeutsames passiert sein.
  10. Jakobus, der Bruder von Jesus, kam erst zum Glauben, als er den auferstandenen Jesus sah. Vor der Auferstehung hat Jakobus nicht an Jesus geglaubt (siehe Joh 7,5).
  11. Paulus, der die Christen verfolgte, kam durch eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus zum Glauben. Auch dies ist wichtig, denn er hat Christen foltern und töten lassen. Auf dem Weg nach Damaskus begegegnete ihm Jesus und danach wurde Paulus der größte Missionar des ersten Jahrhunderts und starb am Ende selbst als Märtyrer.
  12. Paulus berichtet, dass über 500 Menschen den auferstandenen Jesus gesehen haben. Viele dieser Leute haben noch gelebt, als Paulus dies schrieb und hätten befragt werden können.

Ein letztes Indiz: Viele Menschen – mich eingeschlossen – bekennen, dass sie Jesus erfahren haben. Jesus hat mich zum Glauben gerufen und mein Leben verändert. Und ich habe gesehen, wie andere Menschen durch den Glauben an Jesus verändert wurden und Hoffnung und ein neues Leben gefunden haben.

Es ist von vielen Experten, Historikern, Richtern u.a. gesagt worden, dass die Fülle der Hinweise deutlich dafür spricht, dass Jesus wirklich auferstanden ist und die Auferstehung die beste Erklärung für die Daten liefert. Es ist auch gesagt worden, dass kein anderes Ereignis in der Antike so eine starke Beweislast vorweisen kann, wie die Auferstehung Jesu. Dennoch bleibt die Frage an jeden persönlich: Wie bewertet man die Daten und welche Schlussfolgerung zieht man daraus? Die Antwort kann nur jeder selbst geben.

Advertisements

In einem unserer Hauskreise kam diese Woche die Frage auf, warum Jesus nicht tatsächlich den Namen „Immanuel“ getragen hat. Denn Matthäus berichtet, wie Josef die Geburt von Jesus angesagt wird und dann sagt er in Mt 1,22-23:

Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14):
»Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns.

Nun trug Jesus offensichtlich nicht den Personennamen „Immanuel“, sondern „Jesus“. Ist dies also ein Widerspruch?

Dazu folgende Grundannahmen:

(1)   Matthäus schreibt vorwiegend an judenchristliche Leser, d.h. es richtet sich vor allem an Griechisch sprechende Juden, die zum Glauben an Jesus gekommen sind. Gerade deshalb zitiert er ja so oft das Alte Testament, weil er mit den Zitaten belegen will, dass Jesus der Messias ist. Dies tut er auch bei diesem Zitat.

(2)   Matthäus kannte das Denken seiner Leser und wenn er erwartet hätte, dass sie in der Namensnennung „Immanuel“ einen Widerspruch sehen, hätte er diesen Vers nicht angegeben.

(3)   Matthäus selbst sieht darin keinen Widerspruch, sondern eine Bestätigung, dass diese Verheißung in Erfüllung gegangen ist, sonst hätte er diesen Vers nicht zitiert.

Nun ein paar Hinweise, die weiterhelfen können:

  1. Matthäus zitiert Jesaja 7,14 und dort wird gesagt, dass eine Jungfrau schwanger werden und einen Sohn gebären wird und ihm den Namen Immanuel geben wird. Man sieht bei den Kindern Jesajas einen ähnlichen Vorgang: Ein Sohn von Jesaja heißt Schear-Jaschub („ein Rest kehrt um“, Jes 7,3) und er soll den anderen Sohn Maher-Schalal-Hasch-Bas („Raubebald-Eilebeute“, Jes 8,3) nennen. Jesaja mag sie durchaus so genannt haben, aber der wichtigere Punkt ist, dass sie prophetische Namen sind, mit denen Gott eine Botschaft an sein Volk richtet. Das Gleiche kann man beim Propheten Hosea sehen, der seinen Kindern prophetische Namen gibt, um die Beziehung zwischen dem Volk und Gott auszudrücken. Diese Absicht ist auch mit dem Namen „Immanuel“ – Gott mit uns – verbunden.
  2. Matthäus zitiert Jesaja 7,14 aus zwei Gründen: (a) um zu bestätigen, dass diese Verheißung in der Schwangerschaft Marias erfüllt ist und (b) um zu bezeugen, dass in Jesus Christus „Gott mit uns“ ist.
  3. Das Entscheidende bei dem Namen „Immanuel“ ist seine Bedeutung. Dass es Matthäus hier nicht um einen Personennamen an sich geht, sondern um die Bedeutung, wird auch daran deutlich, dass dieser Name für die Griechisch sprechenden Leser übersetzt wird. Ginge es um den Personennamen, dann bräuchte er die Bedeutung des Namens nicht übersetzen.
  4. Es geht also um die Bedeutung Jesu, die mit dem Namen ausgedrückt wird: In Jesus ist Gott mit uns. Dies wird durch den Verweis auf Jesaja 7,14 zum Ausdruck gebracht, dass sich in ihm diese Verheißung erfüllt hat. Interessant ist, dass dies auch am Ende des Evangeliums von Jesus selbst ausgesagt wird, als er sagt: „Siehe, ich bin bei euch (wörtlich: ich bin mit euch) alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20).

Daher würde ich diese Frage folgendermaßen beantworten: Matthäus geht es nicht um einen Personennamen „Immanuel“, sondern um die Bedeutung dieses Namens: In Jesus ist Gott mit uns. Er ist mit uns in unserem Menschsein. Er ist mit uns in unseren Nöten, in unseren Fragen, in unseren Ängsten, in unserem Leid und sogar in unserer Schuld. Gott ist mit uns – das feiern wir auch an Ostern.

Dies sind meine ersten Schuhe. Meine Mutter hat sie mir heute gegeben. Und es hat mein Herz berührt: Die ersten Schuhe für die ersten Schritte ins Leben. Zu dem Zeitpunkt war noch alles offen: offen, wohin diese Schritte führen, offen, auf welchen Wegen ich gehen würde. Schau ich heute zurück, habe ich schon einige Schritte zurückgelegt und bin schon einige Wege gegangen. Wie dankbar bin ich, dass Jesus mich vor 17 Jahren gerufen hat, hinter ihm herzugehen. Er hat mich angenommen. Er hat mir die Wege vergeben, die ich ohne ihn gegangen bin und hat für meine Schuld gezahlt, als er am Kreuz starb. Jesus hat mich geliebt und mich auf seinen Weg geführt. Er hat mich durchgetragen auf Wegen, die schwer waren. Auf seinen Wegen will ich gehen, auch wenn der Weg schmal und steinig ist, den er führt, aber sein Weg führt zum Leben. Jesus selbst sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, außer durch mich (Johannes 14,6).“ Als ich diese kleinen, ersten Schuhe in meinem Leben trug, wusste ich noch nichts von Jesus. Aber schon damals hat er mich geliebt, als ich ihn noch nicht kannte, als ich noch nichts von ihm wusste. Schon damals hat er gute Gedanken über meinem Leben gehabt und er hatte schon da gute Wege mit mir im Sinn. Jesus hat mich gesucht und mich auf seinen Weg geführt. Wie groß ist seine Liebe. Auf seinen Wegen will ich gehen – auch in der Zukunft.

Ist es nicht berührend, mit welcher Liebe Eltern ein Baby im Leben willkommen heißen?
Sie wissen nicht, wie dieses Kind aussehen wird, wie es sich verhalten wird, welche Entscheidungen es treffen wird.
Ich habe mal eine Mutter gefragt, was sie für ihr Kind empfindet. Sie sagte: „Einfach alles…Liebe…es ist unbeschreiblich.“ Andere sagen: „Ein Wunder. Es ist so, als ob mein Herz vor Freude explodiert.“
Wie viel mehr liebt uns Gott, der der Schöpfer des Lebens ist.
Er liebt auch Dich, der Du dies liest und vielleicht noch nicht an Jesus glaubst. Und er hat gute Wege für Dich.

* Wer mehr über Jesus erfahren möchte, kann dies hier.

© glendali, http://www.sxc.hu

Kennt ihr es, dass ihr in eurem Leben und eurem Glauben Schwachheit ausgesetzt seid und Gott immer wieder bittet: „Bitte, Herr, nimm es von mir weg.“ Vielleicht ist es eine Schwäche, ein Problem, ein Leiden. – Was auch immer es ist, es belastet und beschwert und man denkt: „Wenn ich doch nur dieses Problem nicht hätte, dann wäre das Leben so einfach. Wenn es doch nur diesen schweren Knoten in meiner Lebensgeschichte nicht gäbe, dann wäre ich so viel freier und dann könnte ich Gott so gut dienen.“ Deshalb fleht man zu Gott: „Nimm es von mir. Mach mich frei davon.“ Aber es mag sein, dass Gott es nicht weg nimmt. Und man fühlt sich weiterhin schwach.

Paulus kannte so etwas sehr gut. In 2.Kor 12 schreibt er von den Offenbarungen, die Gott ihm schenkt. Und dann sagt er, dass ihm ein Pfahl ins Fleisch gegeben ist, damit er wegen dieser Offenbarungen nicht überheblich wird. Man hat viel gerätselt, was damit gemeint sein könnte. Manche meinen, dieser Pfahl im Fleisch sei ein Augenleiden oder ein anderes körperliches Leiden. Wir wissen nicht genau, was es ist. Paulus sagt bloß, ein Engel des Satans schlägt ihn mit Fäusten. Ich glaube nicht, dass es ein Augenleiden ist. Meine Vermutung ist folgende: Paulus hat die Gemeinde Jesu verfolgt, bevor er Christ wurde. Schläge sind erniedrigend. Und der Teufel ist der Ankläger, der die Auserwählten verklagen will. Paulus sieht sich als schlimmsten Sünder an und bezeichnet sich sogar als Missgeburt und geringsten aller Apostel, weil er die Gemeinde Gottes verfolgt hat. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Pfahl im Fleisch bedeutet, dass ihm der Teufel immer wieder diese Schuld vor Augen hält und ihn erniedrigt. Zwei Dinge könnten darauf hinweisen: Der Pfahl im Fleisch hindert ihn, überheblich zu werden. Und Jesus sagt ihm zu: Lass Dir an meiner Gnade genügen.

Paulus hat drei Mal zu Jesus gefleht, dass er dieses Problem von ihm nimmt. Aber Jesus hat es nicht von ihm genommen. Sondern er hat zu ihm gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2.Kor 12,9)

Wie oft habe ich gedacht: „Wenn ich nur dieses Problem nicht hätte, dann wäre alles so viel einfacher, dann könnte ich Gott so gut dienen.“ Doch ich glaube, es stimmt nicht. Wenn ich nicht durch Probleme und Tiefen gegangen wäre, dann hätte ich heute nichts zu sagen. In Tiefen und Problemen habe ich die Gnade Gottes kennen gelernt. Durch die Dinge, die mir Mühe machen, habe ich gelernt, dass Gott größer ist als diese Dinge. Das hilft mir, auch Dinge anzunehmen, mit denen ich Mühe habe oder die mir das Gefühl geben, schwach zu sein. Gerade die schweren Dinge in unserem Leben können sozusagen ein „lebendiges Opfer“ sein, das Gott gebraucht, um uns und andere Menschen zu segnen. Bei Paulus ist dies offensichtlich: Er hat die Gemeinde verfolgt, aber er hat die Gnade Gottes selbst erfahren und durch ihn bekommen bis heute Menschen Hoffnung, dass Gottes Gnade größer ist als ihre Schuld.

Hier nun die  Punkte 6-10 zum Thema Fasten:

6. Fasten kann ein Ausdruck der Trauer sein. Es wird im Zusammenhang mit Sterben, Katastrophen und Leid tragen erwähnt (Richter  20,26; 1.Samuel 31,13; 2.Samuel 1,12; Ester 4,3; Matthäus 9,14 u.a.).

7. Fasten kann im Zusammenhang mit Buße bzw. Sündenbekenntnis stehen. Gott hat den Israeliten geboten, am großen Versöhnungstag zu fasten (3.Mose 16,29-31; 23,27). Es wird auch erwähnt, wenn Menschen ihre Sünde bekennen (1.Samuel 7,6; Jona 3,5). Fasten ist somit ein Ausdruck der Buße und Demut vor Gott.

8. In Esra 8,21 heißt es: „Und ich ließ dort am Fluss bei Ahawa ein Fasten ausrufen, damit wir uns vor unserm Gott demütigten, um von ihm eine Reise ohne Gefahren zu erbitten für uns und unsere Kinder und alle unsere Habe.“ Hier wird ein Fasten für die die eigene Sicherheit und die Sicherheit der Kinder auf ihrer Reise ausgerufen. Natürlich geht es hier um eine tatsächliche Reise. Dennoch kann man fragen, ob Fasten auch ein angemessener Ausdruck sein kann, um für ungeborene Kinder eine sichere Reise zu erbitten. Da Fasten zudem in Verbindung mit Trauer stehen kann, darf man fragen, ob Fasten nicht auch ein Ausdruck der Klage und Trauer über die Abtreibungen sein kann, bei denen täglich Tausende von ungeborenen Kindern in Deutschland und der ganzen Welt sterben.

9. In der Bibel finden wir, dass Menschen fasten, wenn sie vor schwierigen Entscheidungen, herausfordernden Aufgaben und schwierigen Situationen stehen. Die Königin Ester fastet, bevor sie zum König hineingeht und ihn anfleht und Fürbitte bei ihm tut, damit die Juden vor dem sicheren Tod verschont werden (Ester 4,16). Joschafat lässt ein Fasten ausrufen, als die Moabiter, Ammoniter und Meuniter gegen Juda zogen und jegliche Rettung für Juda ausweglos schien (2.Chronik 20). Bevor Jesus seinen Dienst antrat, fastete er und wurde vom Teufel versucht (Mt 4,1-11). Fasten lehrt uns Verzichten und ist daher etwas, was uns auch helfen kann, Versuchungen zu widerstehen.

10. Gott wendet sich deutlich gegen ein Fasten, wenn das Leben davon unberührt bleibt. In Jesaja 58, 1-12 kann man sehen, dass das Volk fastet, nach Gott fragt, gerechte Entscheidungen von ihm erhofft, sich sogar nach seiner Nähe sehnt, aber sie behandeln ihre Arbeiter hart und unterdrücken sie. Gott gibt ihnen eine lange Liste an Dingen, was ein Fasten ist, das ihm gefällt: Menschen frei setzen, Hungrigen zu Essen geben, Heimatlose ins Haus führen, Nackte kleiden, für den Nächsten da sein und Verachtung sein lassen. Und er gibt große Verheißungen dafür, wenn sie fasten, wie es ihm gefällt: Licht wird in ihre Finsternis scheinen, die Heilung schnell voranschreiten, sie werden von Gott umgeben und beschützt sein, er wird sie erhören, beständig leiten, ihre Seele sättigen und wiederherstellen, was in Trümmern liegt. Gott spricht hier wie ein guter Arzt, der seinem Patienten ein Rezept verschreibt, wie es besser werden kann, indem sie fasten und die Nahrung, Kleidung und Zuwendung stattdessen den Armen geben.

Wir befinden uns mitten in der Fastenzeit. Daher möchte ich hier 10 Punkte zum Thema Fasten in der Bibel zusammenfassen. Manche davon habe ich bereits in einer Predigtreihe ausgeführt (Download siehe hier), doch ich möchte auch noch ein paar Punkte ergänzen, die in der Predigtreihe nicht behandelt werden konnten.

  1. Beim Fasten steht Gott im Mittelpunkt und Fasten ist in den meisten Fällen mit Beten verbunden. Fasten ist ein Hunger nach Gott. Es ist ein körperlicher Ausdruck einer geistlichen Wirklichkeit, nämlich dass man sich nach Gott selbst und seinem Wirken sehnt. Mit dem Fasten bringt man zum Ausdruck: „So sehr, Herr, möchte ich, dass Dein Reich kommt und Dein Wille geschieht.“
  2. Weil Fasten auf Gott ausgerichtet ist, warnt Jesus davor, sein Fasten vor Leuten zur Schau zu stellen (Matthäus 6,16-18). Jesus sagt, man soll sich damit nicht vor den Leuten zeigen, sondern vor Gott, der in das Verborgene sieht und das Fasten belohnen wird.
  3. Es gibt kein direktes Gebot, das uns als Christen das Fasten vorschreibt. Doch Jesus sagt in Matthäus 9,15: „Wie können die Hochzeitsgäste Leid tragen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.“ Dies ist kein Gebot, doch es zeigt, dass Jesus anscheinend davon ausgeht, dass seine Jünger fasten werden, wenn er nicht mehr bei ihnen ist. Dieses Fasten ist bildlich gesprochen ein Heimweh nach dem Bräutigam, d.h. eine Sehnsucht nach Jesu Wiederkunft.
  4. Wenngleich Jesus davor warnt, sein Fasten vor den Leuten zur Schau zu stellen, bedeutet es nicht, dass es kein gemeinsames Fasten geben darf. Im Alten Testament wird gemeinsames Fasten vielfach erwähnt (z.B. 2.Chronik 20, Jona 3,5, u.a.) und auch im Neuen Testament gibt es Beispiele dafür (Apostelgeschichte 13,1-3).
  5. Fasten hat in der Bibel und in der Geschichte bis heute Bedeutung für die Mission gehabt. Die erste Missionsreise wurde im Fasten und Beten geboren: „Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie ziehen.“ (Apostelgeschichte 13,2-3) Die Folgen dieser Fasten- und Gebetszeit kann man wohl kaum zu hoch einzuschätzen. Bis dahin gab es – soweit uns bekannt ist – keine organisierte Mission unter den Heiden. Bis heute spielt Fasten und Beten in Erweckungsgebieten auf der Welt eine wichtige Rolle, z.B. Südkorea, China. Paulus und seine Mitarbeiter fasteten und beteten, als sie Gemeindeleiter einsetzten (Apostelgeschichte 13,3; 14,23).

Teil II mit den Punkten 6-10 folgt in den nächsten Tagen…

In Sprüche 29,18 heißt es:

„Wenn keine Offenbarung da ist, verwildert ein Volk…“

Dieser Vers wird gerne in Vorträgen oder Büchern über Gemeindeaufbau herangezogen, um zu betonen, wie wichtig es für eine Gemeinde sei, eine Vision zu haben. In der Tat – man könnte diese Stelle übersetzen: Wenn keine Vision da ist, verwildert ein Volk. Die Frage bleibt nur: Ist das, was heute mit Vision bezeichnet wird auch das, was diese Bibelstelle meint? Dazu folgende Impulse:

  1. Ein Gedanke ist sicherlich richtig: Wenn es in einer Gemeinde oder in einer Gruppe zu einem so genannten „Visionsvakuum“ kommt, dann hat dies alle möglichen Folgen, sei es, dass die Gemeinde stagniert oder aber sich in einer Vielzahl von Aktivitäten verzettelt, ohne dass dies zielführend ist. Dies trifft sicherlich zu, unabhängig davon, wie man diese Bibelstelle in Spr 29 auslegt.
  2. Hier bin ich jedoch an einem Punkt hängen geblieben: Wenn über Gemeindeaufbau gesprochen wird, so wird meistens nur der erste Teil dieses Verses genannt, eben um die Bedeutung einer Vision für die Gemeinde zu unterstreichen. Ich denke, worum es in dem Vers geht, wird deutlich, wenn man sich den ganzen Vers anschaut: „Wenn keine Offenbarung da ist, verwildert ein Volk, aber wohl ihm, wenn es das Gesetz (wörtlich: die Thora) beachtet.“ Egal nun, ob man das Wort mit „Vision“ oder „Schauung“ oder „Offenbarung“ übersetzt, der zweite Teil des Verses macht deutlich, dass es dabei um den Willen bzw. das Wort Gottes geht. Demjenigen, der die Thora, d.h. die Gebote bzw. das Gesetz Gottes befolgt, geht es gut. Und genau das ist ja die Offenbarung, die Gott dem Volk Israel gegeben hat: Er hat sich selbst dem Volk offenbart, er hat ihnen seine Gebote gegeben und seinen Willen offenbart und sie haben es aufgeschrieben. Wir haben heute in der Bibel das Wort Gottes. Die Offenbarung, ohne die ein Volk verwildert, ist die Offenbarung Gottes und seines Willens. Das heißt nicht, dass es keine konkrete Weisung Gottes in bestimmte Situationen hinein geben kann oder wir nicht darum bitten dürften, dass Gott uns seinen Willen zeigt.
  3. Es hat durchaus Folgen für Gemeindeleitung, wenn man diesen Vers aus Spr 29,18 ernst nimmt. In den vergangenen Jahren habe ich zunehmend den Eindruck bekommen, dass Leitungsmethoden und -konzepte aus der Business- und Managementwelt in Gemeinden eingeführt werden bzw. auf das Leitungsverständnis von Gemeinden angewandt werden. Welche Rolle aber spielt das Wort Gottes für die Leitung von Gemeinde? Meines Erachtens wird die Gemeinde in erster Linie durch Lehre geleitet – und die Grundlage für Lehre und Leben der Gemeinde (und auch des einzelnen Christen) ist die Bibel als das geoffenbarte Wort Gottes.
  4. Deshalb abschließend ein paar Fragen zum Nachdenken und Diskutieren:
  • Wäre es denkbar, dass in manchen Fällen Gott eine Offenbarung zurückhält, weil wir seine Offenbarung, nämlich die Bibel als Wort Gottes, nicht in angemessener Weise achten und wertschätzen?
  • Inwiefern könnte eine „Visionslosigkeit“ in Gemeinden mit einem Mangel an Lehre und Verständnis des Wortes Gottes zusammenhängen?
  • Könnte es sein, dass es mehr und klarere „Vision“ in Gemeinden gäbe, wenn wir stärker in Gottes Wort verwurzelt wären?
  • In welcher Weise kann die Leitung der Gemeinde durch Lehre praktisch umgesetzt werden?