Der Wunsch, ein “Mensch voll Heiligen Geistes” zu sein, kann ein recht egoistischer Wunsch sein – so als gehört man zu einer höheren Kategorie von Christen. Der Theologe R.A. Torrey meint, dass man dabei den Fehler macht, den Heiligen Geist bloß als Kraft oder Einfluss zu sehen. Und dann lautet die Frage schnell: “Wie kann ich mehr von dem Heiligen Geist bekommen?” In der Bibel wird der Heilige Geist jedoch nicht bloß als Kraft oder Einfluss gesehen, sondern als eine Person der Dreieinigkeit. Torrey dreht daher die Frage um:
“Wie kann der Heilige Geist mehr von mir bekommen?”
Diese Frage führt nicht zur Selbsterhebung, sondern zur Demut. Torrey schreibt:
“Ich weiß von keinem Gedanken, der geeigneter wäre, einen Menschen in den Staub zu beugen und ihn dort zu lassen, als diese große biblische Wahrheit über den Heiligen Geist. Er ist eine Person der Gottheit, die in unserem Leben Wohnung macht und von unserem Leben Besitz ergreift und uns so gebraucht, wie es ihr in ihrer unendlichen Weisheit für geeignet erscheint.”
(R.A. Torrey, Der Heilige Geist, S.14)
Das finde ich sehr gut und finde mich da z.T. auch selber darin wieder. Ich will mir auch immer wieder neu bewusst machen, dass der Heilige Geist wirklich eine Person ist, die immer mehr von mir bekommen soll.
Naja ich frag mich da: Was kann man denn vom Heiligen Geist bekommen – Gewissheit geliebt zu werden oder Trost oder Heilung oder Kraft oder Kraft um anderen zu dienen oder oder und und …. . Find ich so erstmal nicht egoistisch.
Das Duden-Fremdwörterbuch beschreibt Egoismus als „Ich-Bezogenheit“, „Ich-Sucht“, „Selbstsucht“, „Eigenliebe“.
Egoismen (Plural) sind demnach Handlungsweisen, bei denen einzig der Handelnde selbst die Handlungsmaxime bestimmt. Dabei haben diese Handlungen zumeist uneingeschränkt den eigenen Vorteil des Handelnden zum Zweck. Der so Handelnde kann es zudem nicht akzeptieren, wenn andere Menschen ihm gegenüber das gleiche Verhalten zeigen, da er es als schädlich einstuft. Der Egoist räumt sich selbst also mehr Freiheiten ein, als er anderen zugesteht. Wesentliche Aspekte eines unumschränkten Egoismus’ sind damit das Verwenden von zweierlei Maß und die generelle Missachtung der Goldenen Regel. (wikipedia als ausführlichste Quelle für weitere Definitionen)
Der Wunsch nach mehr Nähe (zu einer Person) ist nicht unbedingt egoistisch.
Torry meint sicherlich nicht, dass der Wunsch ein “Mensch voll Heiligen Geist” zu sein egoistisch ist. Er warnt nur vor einem egoistischen Missverständnis.
Ich glaube ein “Mensch voll Heiligen Geiste” seien zu wollen, ist richtig verstanden nicht egoistisch.
Also nicht „Wie kann ich mehr von dem Heiligen Geist bekommen?“, sondern „Wie kann der Heilige Geist mehr von mir bekommen?“ Klingt erstmal nach einem klugen Gedanken. Aber läuft das nicht auf dasselbe hinaus? Ich meine, wo ist die praktische Relevanz?
Natürlich ist der Wunsch, mehr vom Heiligen Geist bekommen zu wollen, nicht zwangsläufig egoistisch. Torrey wehrt sich dagegen, als sei der Heilige Geist eine Kraft, über die man verfügen kann. Sein Argument ist, dass dies nicht so schnell geschieht, wenn man sich vor Augen hält, dass der Heilige Geist eine Person ist und die Frage stellt: Wie kann der Heilige Geist mehr von mir bekommen?
Man könnte auch etwas zugespitzt fragen: Herrsche ich über den Heiligen Geist oder der Heilige Geist über mich? Ich denke, um diesen Punkt geht es Torrey und in diesem Sinne macht die Frage dann auch einen Unterschied.
Jesus = Gott = Der Heiligen Geist = Jesus = Gott = Der Heiligen Geist
Höre, Israel, der HERR, unser Gott, ist ein einiger HERR.
שמע ישראל יהוה אלהינו יהוה אחד